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Das Hamburger Stromnetz im Wandel der Zeit

In seiner mehr als 120jährigen Geschichte hat das Hamburger Stromnetz einen Weg voller Spannung beschritten: Von der Versorgung einzelner Häuser mit Licht bis zu einem modernen Netz, das eine der größten deutschen Metropolen zuverlässig und preisgünstig mit Strom versorgt.

Als Hamburg zu leuchten begann

Die Geburtsstunde der elektrischen Energieversorgung in Hamburg schlug 1879. In diesem Jahr wurde an den Kaianlagen im Hamburger Hafen erstmals elektrische Beleuchtung eingesetzt, um Schiffe auch nachts be- und entladen zu können.

Der erste Hamburger Stromkunde mit eigenem Stromzähler war 1884 das Weinrestaurant „Börsenkeller“. Am 15. März 1894 erfolgte schließlich die Gründung der Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW), die den Auftrag hatte, das Hamburger Stadtgebiet mit elektrischer Energie und Fernwärme zu beliefern.

Das Netz entsteht

Für die Versorgung von wenigen Häusern mit Licht reichte zunächst der Aufbau eines Netzes mit 3/0,23kv aus. In den Jahren nach der Jahrhundertwende bestand bereits ein Verbundsystem zwischen den Kraftwerken Poststraße, Karoline, Barmbek und Bille. Es verfügte über sieben Unterstationen, in denen der Strom transformiert oder in Akkumulatoren gespeichert wurde.

Bereits in 1940er Jahre wurden die ersten 110-kv-Leitungen nach Pinneberg und Hannover installiert und so Hamburg an das deutsche Verbundnetz angebunden. Binnen 20 Jahren erfolgte der Ausbau von einem Stichnetz zu einem flächendeckenden Maschennetz. Ende der 1960er Jahre reichte das 110-kV-Verbundnetz nicht mehr aus, um die Last zu decken und so wurde für Hamburg ein 380-kV-Ring aufgebaut, der die Anbindung an das europäische Verbundnetz gewährleistete. Dadurch mussten im 110kV-Netz drei Teilnetze gebildet werden, deren Struktur noch heute existiert.

Zum Beginn des neuen Jahrtausends erwarb die schwedische Vattenfall AB 96,8 Prozent Anteile an der HEW und gliederte sie in die neu gegründete Vattenfall Europe AG ein. Das Hamburger Stromnetz wurde durch die Vattenfall Distribution Hamburg GmbH (ab 2012 Vattenfall Stromnetz Hamburg GmbH) betrieben. 2013 erfolgte die rechtliche Entflechtung von der Vattenfall Gruppe. Das Unternehmen wurde in Stromnetz Hamburg GmbH umbenannt.

Dadurch konnte die durch das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) vorgesehene Unabhängigkeit der Netzbetreiber von anderen Tätigkeiten der Energieversorgung sowie eine diskriminierungsfreie Ausgestaltung und Abwicklung des Netzbetriebe gewährleistet werden.

Rekommunalisierung im Sinne der Bürger

Am 22. September 2013 fand ein Volksentscheid zur Rekommunalisierung der Energienetze in Hamburg statt, in dessen Folge die Freie und Hansestadt Hamburg Anfang 2014 die von Vattenfall gehaltenen 74,9 % Anteile an der Stromnetz Hamburg GmbH übernahm. 25,1 % der Anteile befanden sich bereits seit Juni 2012 im Besitz der Stadt. Mit dem Vollzug der Verträge am 7. Februar 2014 ist die Stromnetz Hamburg GmbH wieder eine 100%ige Tochter der Freien und Hansestadt Hamburg.

Basierend auf der langjährigen Erfahrungen bietet die Stromnetz Hamburg GmbH auch in Zukunft die Gewähr für eine sichere Elektrizitätsversorgung von mehr als 1,8 Mio. Bürgern sowie vielen tausend Handels-, Dienstleistungs- und Industrieunternehmen in Hamburg.

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