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Investitionen mit System

Um den hohen Anforderungen an die Versorgungsqualität in der Metropole Hamburg gerecht zu werden, haben wir in den vergangenen Jahren große Investitionsanstrengungen unternommen.

Jährlich wenden wir mindestens 200 Mio. Euro für Instandhaltung, Ausbau und Modernisierung des Hamburger Stromverteilungsnetzes auf.

Alles im Blick dank Asset Management

Es bedarf einer Vielzahl von elektrischen Anlagen, um Hamburg mit elektrischer Energie zu versorgen. Von den Freileitungsmasten und Hochspannungsschaltanlagen, die uns mit dem europäischen Verbundnetz verbinden, bis hin zu Netzstationen und Kabelverteilerschränken, die jedermann aus dem Stadtbild kennt.

Die Stromnetz Hamburg GmbH sieht es als eine ihrer wichtigen Aufgaben an, die für die Stromverteilung notwendigen Liegenschaften, Grundstücke und Anlagen in einem sicheren und für das Stadtbild möglichst unauffälligen Zustand zu halten. Daher betreiben wir ein zertifiziertes Assetmanagementsystem, um vom Zustand der Anlagen bis hin zu den Verkehrssicherungspflichten wie z.B. Schneeräumdienst, stets alles im Blick zu haben. Sollte Ihnen dennoch in der Öffentlichkeit etwas auffallen – zum Beispiel Graffiti, defekte Zäune oder notwendiger Grünschnitt – zögern Sie nicht, uns anzusprechen, damit wir umgehend Maßnahmen ergreifen können.

Von der strategischen Planung bis zum konkreten Asset

Fortschritt in Technik und Wissenschaft wie auch Produktivitätssteigerungen ändern ständig die Anforderungen an das Verteilungsnetz. Dem begegnen wir durch vorausschauende Instandhaltung sowie kontinuierliche Investitionen in die nachhaltige Weiterentwicklung des Verteilungsnetzes.

Aufgrund der Nutzungsdauern der Netzbetriebsmittel von rund  50 Jahren sind Investitionen in das Verteilungsnetz langfristig. Der Netzausbau geht auf die Zeit des „Wirtschaftswunders“ in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts zurück. Sehr viele Leitungen und Anlagen wurden in dieser Zeit in Betrieb genommen und es fällt somit seit über zehn Jahren ein verstärkter Erneuerungsbedarf an. Dieser Bedarf wird auch in Zukunft auf hohem Niveau verbleiben und sich voraussichtlich sogar noch verstärken.

Neben dem Erhalt und der Erneuerung zur Verbesserung der Versorgungsqualität steht ein Viertel der Aufwendungen für den Ausbau und die Modernisierung des Stromverteilungsnetzes zur Verfügung. Unser Ziel ist es, Hamburg jederzeit ein optimal dimensioniertes Stromverteilungsnetz bereitzustellen. Es muss dezentrale Erzeugung aus z.B. Windkraftanlagen oder Blockheizkraftwerken ohne Einschränkungen aufnehmen und mit Veränderungen im Lastverhalten problemlos umgehen können. Um hierbei die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen, priorisieren wir Maßnahmen mit Hilfe unseres zertifizierten Assetmanagementsystems.

Im Dezember 2016 wurde unser Assetmanagementsystem nach der internationalen Norm ISO 5500 zertifiziert. Damit sind wir deutschlandweit der erste Verteilungsnetzbetreiber, der dieses Zertifikat vorweisen kann.

Netzausbau und -modernisierung

Lernen Sie einige unserer großen Bauprojekte kennen, durch die wir sicherstellen, dass die Infrastruktur für die Stromverteilung in Hamburg auch morgen noch Ihren Anforderungen und Ansprüchen entsprechen wird.

Erneuerung der 110-kV-Schaltanlage in der Innenstadt

Die wenigsten Hamburgerinnen und Hamburger wissen, dass sich mitten in der City – hinter der Fassade am Gertrudenkirchhof 9 – eines der ältesten Umspannwerke der Stadt befindet. Das Herzstück der innerstädtischen Stromversorgung wird jetzt für die Zukunft fit gemacht. Dieses Umspannwerk ist seit über 50 Jahren Teil des elektrischen Versorgungsnetzes und dient der Verbindung unterschiedlicher Spannungsebenen. Es beherbergt neben den Transformatoren für 110 kV und 10 kV auch Schaltanlagen und Einrichtungen zur Mess- und Regeltechnik. Wir werden die Anlage in den nächsten fünf Jahren durch ein hochmodernes und um die Hälfte kleineres Umspannwerk mit neuester Technologie ersetzen. Für die Modernisierung sind in der fünfjährigen Bauzeit rund 24 Millionen Euro eingeplant. Im Herbst 2014 haben die Baumaßnahmen mit umfangreichen Innenarbeiten begonnen. So wird innerhalb des Gebäudes ein neuer Bau entstehen. Diese „Bau in Bau Variante“ sorgt dafür, dass die Anwohner und Gewerbebetriebe so wenig wie möglich eingeschränkt werden. Zudem muss während der Umbauphase die Verfügbarkeit der Schaltanlagen jederzeit gewährleistet sein.

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Erneuerung der 110-kV-Schaltanlage Hamburg-West

Die 110-kV-Schaltanlage Hamburg-West ist ein zentraler Baustein der Stromverteilung im Westen Hamburgs. Von hier werden die Haushalts- und Gewerbekunden in mehreren Stadtteilen (z.B. Groß Flottbek, Lurup, Osdorf und Othmarschen) versorgt. Auch der gesamte Leistungsbedarf der Forschungseinrichtung DESY wird aus dieser Schaltanlage zur Verfügung gestellt. Weiterhin bildet sie das Bindeglied zwischen den Erzeugungsanlagen im Westen Hamburgs, zum Beispiel dem Kraftwerk Wedel, der Müllverbrennungsanlage Stellingen und dem umliegenden Transportnetz. Im Zuge der regelmäßig durchgeführten Zustandsbewertung haben wir festgestellt, dass die Anlage, deren erste Komponenten Anfang der 60er-Jahre installiert wurden, erneuert werden muss. Gleichzeitig bringen wir sie auf den neuesten Stand der Technik und schaffen die Voraussetzungen für den Anschluss eines möglichen Kraftwerksneubaus in Wedel. Um die 23 Schaltfelder einschließlich der gesamten umgebenden Einrichtungen wie Schutz- und Leittechnik sowie Eigenbedarfsanlagen zu ersetzen, sind während der siebenjährigen Bauzeit insgesamt rund 24 Millionen Euro eingeplant.

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Erneuerung der 110-kV-Leitungen im Bereich St.-Pauli Elbtunnel bis zur Schaltanlage Karoline

Die Elbe bildet nicht nur eine natürliche Verkehrstrennung in Hamburg, sie stellt auch die Stromverteilung in der Stadt vor besondere Herausforderungen. Der Transport von elektrischer Energie zwischen den nördlich der Elbe und den südlich der Elbe liegenden Stadtteilen ist nur über einige wenige Verbindungen möglich. Hierzu gehören zwei 110- kV-Leitungen, welche die Schaltanlage Karoline mit der Schaltanlage Neuhof verbinden und durch den St.-Pauli Elbtunnel verlaufen. Die Arbeiten an den drei Bauabschnitten erstrecken sich über einen Zeitraum von acht Jahren und erfordern rund 11 Millionen Euro. Als erschwerend kommen bei diesem Bauprojekt die terminlichen Abhängigkeiten zu den Sanierungsarbeiten im St.-Pauli Elbtunnel und die bauliche Situation zwischen den St.-Pauli-Landungsbrücken sowie der Schaltanlage Karoline hinzu. Um die vorgegebene Terminkette einzuhalten, wenden wir modernste Bauverfahren an und arbeiten an kritischen Stellen rund um die Uhr.

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Erneuerung des Umspannwerks Großneumarkt

Das Umspannwerk Großneumarkt stellt die Versorgung des westlichen Bereichs der Innenstadt bis hin zu den St.-Pauli Landungsbrücken und dem westlichen Ende der Reeperbahn sicher. Das Konzept der derzeit eingesetzten Technik wurde im Jahr 1968 entwickelt. Um die Betriebssicherheit des Umspannwerkes auch in Zukunft gewährleisten zu können, werden derzeit für rund fünf Millionen Euro große Teile der 10-kV-Schaltanlage sowie die gesamte Schutz- und Leittechnik modernisiert. Im Zuge der Modernisierung wird der bisher zur Verfügung stehende Funktionsumfang erweitert, so dass es zukünftig beispielsweise auch möglich ist, jeden Schalter in der Anlage einzeln fernzusteuern. Weiterhin wird die Bausubstanz des Gebäudes saniert. Nach Abschluss der Arbeiten im Jahr 2016 werden für die nächsten ca. 20 Jahre in diesem Umspannwerk keine größeren Maßnahmen mehr erforderlich sein.

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