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Netzentgelte

Im liberalisierten Energiemarkt sind die Stromnetzbetreiber verpflichtet, für die Netzdurchleitung so genannte Netzentgelte zu erheben.

Die Grundlage dafür bildet das Energiewirtschaftsgesetz in Verbindung mit der Verordnung über die Entgelte für den Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen (Stromnetzentgeltverordnung).

Aus diesen Komponenten setzt sich das Netzengelt der Stromnetz Hamburg zusammen:

Nutzung der Netzinfrastruktur

Das Entgelt für die Nutzung der Netzinfrastruktur umfasst den Bau, die Instandhaltung und den Betrieb der Leitungen, Schaltanlagen und Transformatoren.

Systemdienstleistungen

Die Systemdienstleistungen dienen der Gewährleistung eines zuverlässigen und sicheren Netzbetriebs. Dazu gehören Frequenzhaltung, Spannungshaltung und Betriebsführung.

Deckung der Netzverluste

Bei der Verteilung elektrischer Energie entstehen in den Betriebsmitteln elektrische Verluste, die ausgeglichen werden müssen.

Zusätzlich werden folgende Komponenten berücksichtigt:

Förderung von Energie aus Kraft-Wärme-Kopplung nach § 26 Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz
Die Netzbetreiber sind verpflichtet, förderungsfähigen Strom aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung abzunehmen und den eingespeisten Strom entsprechend zu vergüten. Die daraus entstehenden Mehrkosten sind in den Entgelten für die Nutzung des Verteilungsnetzes nicht enthalten. Sie werden gesondert ausgewiesen und in Rechnung gestellt.

Umlage nach § 19 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV)
Letztverbraucher mit einem besonderen Abnahmeverhalten, die zu einer Senkung oder zu einer Vermeidung der Erhöhung der Kosten der Netz- oder Umspannebene oder zur Netzstabilität beitragen, sogenannte „atypische“ oder „intensive“ Netznutzer, zahlen verringerte Netzentgelte. Die Mindereinnahmen der Netzbetreiber werden über die Umlage ausgeglichen.

Umlage nach § 17f Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)
Hierbei handelt es sich um die sogenannte Offshore-Haftungsumlage. Mit der Umlage übernehmen die Verbraucher zu einem großen Teil Kosten für Schadensersatz, die durch verspäteten Anschluss von Offshore-Windparks an das Übertragungsnetz an Land oder durch langandauernde Netzunterbrechungen entstehen können.

Umlage nach § 13 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) i.V.m. § 18 der Verordnung zu abschaltbaren Lasten (AbLaV)
Größere Industriebetriebe können ihre abschaltbaren Lasten an den Übertragungsnetzbetreiber verkaufen. Der Lastabwurf erfolgt gegen Zahlung einer Vergütung mit dem Ziel, die Übertragungsnetzbetreiber bei der Erhaltung der Netzstabilität zu unterstützen und damit die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Die Kosten hieraus werden über die Umlage ausgeglichen.

Konzessionsabgabe

Die Konzessionsabgabe richtet sich nach der gültigen Konzessionsabgabenverordnung und dem von Stromnetz Hamburg GmbH mit der Freien und Hansestadt Hamburg abgeschlossenen Konzessionsvertrag.

Reservenetzkapazität

Netzkunden mit eigener Stromerzeugung können für den Ausfall ihrer Energieerzeugungsanlage Reservenetzkapazität bestellen.

Messstellenbetrieb

Die Entgelte für den Messstellenbetrieb, wozu auch die Messung gehört, hängen von der technischen Auslegung des Netzanschlusses und der Mess- und Steuereinrichtung ab.

Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer wird mit dem jeweils gültigen Satz (zzt. 19 Prozent) auf die Gesamtsumme aufgeschlagen.